September 11, 2008
Intro Theaterkolumne
Authentizität aus dem Oberstübchen
Werdet ihr noch bemerkbar genug “Gegensteuern” können mit eurer Band wenn das Licht gleich ausgeht im Zuschauerraum? Die haben alle Bier getrunken da unten und euch baumelt immer noch dieselbe alte Gitarrengruppe um den Hals. Ok, es gab sogar mal den Moment wo alle gesagt haben, ihr braucht die schrabbeligen Teile sowieso nie wieder aus den quietschenden Koffern zu holen, weil der Krach den ihr damit macht Vergangenheitslärm ist und von nun an und für immer aus Maschinenkästen kommen wird. Doch zu früh gefreut Motorenanbeter! So lebendig wie aktuell war das klassische Modell selten. Und trotzdem, auch wenn der Weg in die physische Rückkopplung ein wieder zulässiger ist, was seid ihr denn nun wenn ihr da raus geht? Am allerliebsten und im Allgemeinen: Künstler. Wie bitte? Das ist ja wohl ein lächerlicher Gedanke. mehr…
September 11, 2008
Intro Theaterkolumne
Viele Planungen verhindern Aufregung. Macht deshalb eure Proberäume weit auf und lasst endlich die Kinder wieder an die Tröten. Oder? Der meist verlässliche Soziologe Richard Sennet holt das Thema Handwerk aus dem Keller hat man mir zugetragen. Um es als Plattschaufel gegen Unübersichtlichkeit einzusetzen? Allerhand. Ich behaupte rein zur Verteidigung. Das heißt vor allen Dingen nicht, dass ihr das jetzt benutzen sollt in eurem Missverständnis ihr bescheuerten Led Zeppelin- Tröstlinge. Na egal. Also weiter und zum Zweiten- soll an dieser Stelle ja explizit um Theater gehen. mehr…
September 11, 2008
Intro Theaterkolumne
“Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!” hallt es adrenalinisiert durch die Gänge. Ein aufgepeitschter Chor hat seine Stimmung künstlich nach unten gepitcht um noch bedrohlicher zu wirken. Sieg! Finalteilnahme! Die Hauptstadt kann sich auf was gefasst machen, das Stadion wird nicht mehr dasselbe sein wenn wir mit ihm fertig…..Aber, Moment. Das Kampfgeheul entstammt keiner Fangruppe die ihre Mannschaft zum DFB- Pokalendspiel supporten will und sich nun mit Schlachtgesang auf den gegnerischen Fanblock einschwört. mehr…
September 11, 2008
Intro Theaterkolumne
Gestern einen langen Spaziergang durch München gemacht. Ich schaff es nicht mir abzugewöhnen ständig Städtebilder zu vergleichen. Bin darauf hängen geblieben. Ich will immer noch beeindruckt sein, von Urbanität mit seinem freiwilligen oder Not gedrungenem Mix. Das “Westend” in Hauptbahnhofnähe, so sagen die people, wäre die angesagte Schoose zurzeit. Die Fetzen fangen an zu zucken: Buntikulti, gefüllte Kriegslöcher, Altstadtschönes, Kiez. Verlorene, zarte Zonen mit oft selbst verschuldeter Gentrifizierung. Sofort schwimmt alles weg, der Geist geht auf die gewohnte Reise. mehr…
September 11, 2008
Intro Theaterkolumne
Liebe Theaterfreaks. Hier eine weitere, schlechte Nachricht für alle Puristen der darstellenden Bühnenkünste: im Hamburger Schauspielhaus gibt es einen Abend, der ist gar kein richtiges Stück!!, sondern behauptet von sich ein “bourgeoises Ballerlebnis” zu sein. Was soll die Scheiße? Ach so, Dorfpunx. Na gut, Punx dürfen alles und auch sehr viel Bier trinken. Sie dürfen einiges vorführen und sich dabei aufführen. Sie mussten sich früher faul nennen lassen und begannen dann sehr viel zu arbeiten, als letzte Strafe und größten Spott gegen die Spießer. mehr…
September 11, 2008
Intro Theaterkolumne
Im Sommer machen die Theater zu. Wegen endlich “Hass auf eine ganze Spielzeit” abbauen. Einige machen trotzdem weiter. Auf so genannten Festivals. Wien, Salzburg, Bayreuth etc. Manche sind sehr interessant, andere tot schick. Ich selbst versuche den Text “Westwärts” von Rolf-Dieter Brinkmann, gemeinsam mit 150 Gladbecker EinwohnerInnen, in einer riesigen alten Maschinenhalle auf der “Ruhrtriennale”. Vielleicht wird ja gut. Fein könnte es zugehen beim “Internationalen Sommerfestival 08″ auf Kampnagel in Hamburg. Ein (in echt!) Spitzenprogramm aus Musik, Theater und Performance. mehr…